Prävelenz von Transidentität

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es sehr wenige verlässliche Daten über die Prävalenz von Personen, welche – in welcher Form auch immer – nicht mit ihrem biologischen bzw. genetischen Geschlecht einverstanden sind bzw. nicht wie eine typische Person ihres biologischen Geschlechts auftreten (Kleidung, äußere Erscheinung) oder sich verhalten.
In der Online-Umfrage wurde deshalb einen Abschnitt mit „persönlichen Fragen“ eingefügt und die Teilnehmer_innen gebeten, diese zu beantworten. Dieser Aufforderung sind 121 Personen (davon 63 mit Führungsverantwortung) nachgekommen. Davon waren 79 Personen biologische Männer und 42 biologische Frauen.

Die Frage „Ich bin mir meines Geschlechts sicher“ wurde von 7,41 % der Teilnehmer_innen mit „trifft eher nicht zu“ bzw. „trifft nicht zu“ beantwortet. Mehr als ein Viertel (27,41 %) der Befragten gibt an, dass sie die Geschlechtszugehörigkeit als etwas empfinden, dass ihnen von außen aufgedrängt wird. In Bezug auf ihr Verhalten fühlen sich 27 Personen (20,00 %) nicht ihrem Geburtsgeschlecht zugehörig. Bei der Frage „Ich habe das Gefühl, meinem Geburtsgeschlecht zuzugehören, ganz gleich ob ich männliche oder weibliche Eigenschaften habe“ antworteten 29 Personen (21,48 %) mit „trifft eher nicht zu“ (9,63 %) bzw. „trifft nicht zu“ (11,85 %). Ein ähnliches Ergebnis brachte die Frage „Ich fühle mich meinem Geburtsgeschlecht zuzugehören, ganz gleich ob ich äußerlich eher männlich oder eher weiblich wirke“. Hier antworteten ebenfalls 27 Personen (20 %) mit „trifft eher nicht zu“ (7,41 %) bzw. „trifft nicht zu“ (12,59 %).

Beschränkt man die Auswertung auf die Personen, welche als ihr biologisches Geschlecht „männlich“ definierten und zugleich auch angegeben haben, über Personalverantwortung zu verfügen (88 Personen), ergeben sich ähnliche Werte, wie die vorgenannten. Der Aussage „ich fühle mich Frauen ähnlicher als Männern“ stimmten 18,18 % mit „trifft zu“ bzw. „trifft eher zu“ zu. Die Gegenfrage „Ich fühle mich Männern ähnlicher als Frauen“ beantworteten sogar 20,45 % mit „trifft nicht zu“ bzw. „trifft eher nicht zu“.
Betrachtet man die Aussage bezogen auf das biologische Geschlecht des Umfrageteilnehmers, ergeben sich nachfolgende Ergebnisse:

Biologische Männer: "Ich fühle mich Frauen ähnlicher als Männern" (n=79)

In der Umfrage gaben 26,58 % der befragten biologischen Männer an, sich eher einer Frau als einem Mann ähnlich zu fühlen. Noch deutlicher wird die Prävalenz der Transidentität, wenn die Antworten biologischer Männer zur Aussage „Ich habe das Gefühl des Frauseins in mir“ betrachtet werden.

Biologische Männer: "Ich habe das Gefühl des Frauseins in mir" (n=79)

Dieser Aussage stimmten 29,11 % der männlichen Umfrageteilnehmer zu bzw. eher zu.
Bei biologischen Frauen gaben 16,66 % an, sich dem anderen Geschlecht ähnlicher zu fühlen als ihrem Geburtsgeschlecht.

Biologische Frauen: "Ich fühle mich Männern ähnlicher als Frauen" (n=42)

Wie in der Einführung bereits erwähnt, haben Olyslager/Conway Prävalenzwerte für Transidentität erhoben. Sie geben diese mit nachfolgenden Werten an:

Coordinated rough projections of prevalence of CD/TG/TS conditions in the U.S., Conway (2002)[1]

Die Umfrageergebnisse liefern eine Prävalenz bei Personen mit ausgeprägten bzw. starken Gefühlen einer Transidentität von etwa 1:13. Für die Personen mit einer weniger starken Ausprägung liegt die ermittelte Prävalenz bei ca. 1:5 und weisen somit eine höheren Wert aus, als die von Olyslager/Conway (2002) ermittelten Prävalenzwerte der Transidentität.

[1] Conway, Lynn (2002), http://ai.eecs.umich.edu/people/conway/TS/TSprevalence.html (Abruf 07.11.2014), CD = Cross-Dressing, TG = Transgender, TS = Transsexualität, w/o SRS = ohne geschlechtsangleichende Operation, w SRS = mit geschlechtsangleichender Operation



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